Was Ungarn mit Sachsen-Anhalt zu tun hat …
… Und warum Sachsen-Anhalt ein bisschen mehr Ungarn gut täte
Es gibt ein Bundesland in Deutschland, in dem sich laut Umfragen seit einem halben Jahr knapp 40% der Bevölkerung für eine Partei aussprechen, die sich mit ihrem nun veröffentlichen Wahlprogramm ganz offen gegen demokratische Grundwerte ausspricht.
Was sich gerade auf dem Parteitag der A*D (im Folgenden Absturz für Deutschland) abzeichnet, ist der Entwurf einer autokratischen Machtperspektive:
- Kontrolle und ideologischer Einfluss auf Bildung und Kirchen
- Abschaffung der Inklusion statt Diversität/cultural diversity
- offene Nähe zu extremen Positionen.
Wer den Euro infrage stellt, internationale Fachkräfte abschreckt bzw. aus dem Land schaffen will, gesellschaftliche Spaltungen vertieft und autoritäre Narrative bedient, betreibt keine sozial nachhaltige Politik für Menschen, sondern ökonomische und gesellschaftliche Selbstbeschädigung einer ganzen Region.
Anders wird es nun voraussichtlich in Ungarn laufen.
Das ungarische Volk hat sich am 12. April 2026 nach 16 Jahren mit überwältigender Mehrheit und bei einer Rekord-Wahlbeteiligung für den pro-europäischen Kandidaten entschieden. Er hat in seinem Wahlkampf zumindest den Versuch unternommen, sich an den Themen der Menschen im Land zu orientieren.
Die Ungarn haben sich gegen Orbans sonderbaren, post-faktischen, nur auf Angst, Vorurteilen und Lügen aufbauenden Wahlkampf entschieden. Das gibt all denen Hoffnung, die noch irgendwie an die Bedeutung von Wahrheitsansprüchen und Rationalität glauben.
Kurz zusammengefasst:
In Sachsen-Anhalt bahnt sich gerade die gegenteilige Entwicklung dessen an, wofür sich Ungarn gerade entschieden hat: mehr Demokratie im Osten von Europa im Zweifel sehr viel weniger in der Mitte Deutschlands.
Welche entscheidenden Fragen sollten sich die Menschen in Sachsen-Anhalt stellen?
In Anbetracht dieser Lage sollten sich die Menschen in Sachsen-Anhalt doch noch einmal entscheidende und grundlegende Fragen stellen, bevor sie an die Wahlurnen treten:
Die wohl entscheidende Frage lautet, wie wollen sie ihre gute Zukunft gestalten?
Und in Zusammenhang damit folgen die Fragen, die aktuell einfach einer Antwort bedürfen:
- Wie viel Nachhaltigkeit, vor allem in sozialen und ökologischen Bereichen, wollen sie in Sachsen-Anhalt noch haben?
- Damit verbunden die entscheidende Frage: wie viel Chancen wollen sie sich als offene und demokratische Gesellschaften noch geben?
- Wollen sie ihre ganze Region wirklich in die ökonomische und gesellschaftliche Selbstschädigung treiben?
Denn das ist der Punkt: Will man Zukunft wirtschaftlich erfolgreich mit wirklich neuen Ideen und Innovation gestalten, braucht es Vielfalt. Die Natur verfolgt ein klares Erfolgsmodell und das heißt: Diversität. Und damit bewältigt sie genau eines: Komplexität.
Fazit: Die Menschen in Sachsen-Anhalt sollten sich vor der Wahl im September einige entscheidende Fragen über die nachhaltige Zukunft ihrer Region stellen.
Komplexität erfordert Diversität
Komplexe Herausforderungen, wie wir sie gerade zu bewältigen haben, brauchen zu ihrer Lösung verschiedene Perspektiven und Köpfe mit unterschiedlichen Sichtweisen. Das macht den Prozess nicht immer unbedingt einfacher.
Aber: Die Lösungen, die aus einem divers geprägten Prozess gewonnen werden, sind in der Regel sehr viel nachhaltiger. Weil vielschichtiger.
In meinem Vortrag „Zukunft gestalten! Empowerment für Diversity und soziale Nachhaltigkeit“ geht es um die Chancen und Möglichkeiten einer zukunftsfähigen Gesellschaft und dem Empowerment, diese umzusetzen.
Was sind meine Punkte:
- Kultur der Vielfalt
Für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft brauchen wir eine Kultur der Vielfalt. Eine Kultur der Vielfalt, in der Chancengleicheit, Empowerment und daraus folgend echte Teilhabe gelebt werden.
Unsere Gesellschaft wird weiter auseinander fallen und wir werden unsere Demokratie aufs Spiel setzen, wenn wir nicht ein echtes Verständnis für die multikulturelle Gesellschaft entwickeln, die wir sind. - Verbindungen schaffen
Ungarn hat es gerade vorgemacht: ohne eine aktive und engagierte Zivilgesellschaft wäre die Wende nicht möglich gewesen. Es ist die Zivilgesellschaft, die Zusammenhalt in der Gesellschaft schafft und Verbindung untereinander ermöglicht. Im besten Falle im analogen Austausch.
In den Führungsetagen brauchen wir Brückenbauerinnen und Brückenbauer. Mehr denn je. Das gilt für die politischen Führungsetagen als auch für die Wirtschaft.
Es braucht Führungspersönlichkeiten, die Verbindung schaffen statt Gräben zu vertiefen. Die einen Dialog fördern über die möglichen Chancen und Optionen, die es gibt. Die Nachhaltigkeit, vor allem auch soziale Nachhaltigkeit als zukunftsweisende Vision begreifen. - Vernetzung, Vernetzung, Vernetzung
Wirkliches und nachhaltiges Wachstum entsteht durch Vernetzung. Auch das macht die Natur uns vor. Ein gesunder Wald ist ein intaktes und verzweigtes Netzwerk.
Genau um diese Vernetzung geht es für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Und zwar Vernetzung der Themen und Vernetzung der kontroversen Akteur:innen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, um ein echtes Verständnis füreinander zu entwickeln und die in der Sache guten Lösungen zu finden.
Es braucht den Mut, komplexe Realitäten anzunehmen und wieder echte Balance zu schaffen. Denn diese Balance ist die Grundlage für eine nachhaltige und soziale Entwicklung.
Zusammenfassung: Die Herausforderungen sind vielschichtig. Aber der Wahlausgang in Ungarn hat gezeigt, dass Veränderung möglich ist. In meinem Vortrag zu Cultural Diversity und sozialer Nachhaltigkeit gebe ich dazu empowernde Impulse.
Key Takeaways
- Die Menschen in Sachsen-Anhalt haben im September die Wahl. Davor dürfen sie sich noch einige entscheidende Fragen stellen.
- Ungarn hat gerade einen Weg gewählt, der Zukunft hat: wieder mehr Demokratie.
- Die Menschen in Sachsen-Anhalt, die zu den 40% gehören, sollten sich die hunderttausenden feiernden Menschen in Ungarn nach dem Regierungswechsel anschauen.
- Vielfalt und Diversity stärkt Innovation, Wohlstand und Demokratie.
- Nachhaltigkeit, vor allem auch soziale Nachhaltigkeit, macht unsere Gesellschaft resilient.
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